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Vordernberger Bergreim

Eine echte Rarität gab es gestern 23. Juni 2012 im Öffnet externen Link in neuem Fenster Radwerk IV. Im Rahmen des Jubiläums 1300 Jahre Erzberg veranstaltete der Verein Mitteleuropäische Eisenstraße die Aufführung des Vordernberger Bergreims im Radwerk IV.

Der Vordernberger Bergreim wurde 1588 von Sigmund Bainstingl, auch Bonstingl genannt, einem Tiroler Bergmann, der in die Steiermark eingewander war, als Ehr- und Loblied für den Vordernberger Erzberg verfasst.

Die Vertonung des Vordernberger Bergreims stellte für das Ensemble Ars Serena, mit Sängerin und Musikarchäologin Beate Maria Pomberger, Julia Auer und Bernhard Winker, eine besondere Herausforderung dar. Das 2006 gegründete Ensemble hat sich auf die Aufführung mittelalterlicher Werke spezialisiert, doch die Vertonung eines Bergreims verlangte aufwendige Recherchen. Julia Auer begleitet den musikalischen Leckerbissen mit Schoßharfe, mittelalterlicher Querpfeife und Blockflöte. Berhard Winkler zeigte sein Können auf der großen Rahmentrommel, der Schellentamburin, den Holzrasseln, der Triangel, dem Glockenspiel, Hammer und Amboss, der Bauernglocke, den Zymbeln, den Blasbalg, den kleinen Keramikpauken und den Kokusnusshälften, die das klappern der Pferdefuhrwerke nachahmten. Gesanglich brillierte Beate Maria Pomberger.

Der fachkundige montanhistorische Kontext zu den 50 Strophen des Vordernberger Bergreims kam vom Präsidenten des Vereins "Mitteleuropäischen Eisenstraße" Professor Sperl, der zwischen den musikalischen Einlagen den Text mittels Beamer präsentierte und erklärte.

Ein äußerst gelungener Abend im Radwerk IV.

Eindrücke von der Aufführung