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Arbeitskreis Materialflüsse

Dass die Bundesvereinigung Logistik (BVL) Regionalbüro Steiermark mit dem Arbeitskreis "Brennpunkt KMUs" den Nagel auf den Kopf getroffen hat, zeigt das nach wie vor große Interesse an dieser Workshop Reihe. Mit dem spannenden Thema Materialflüsse ging der BVL Arbeitskreis "Brennpunkt KMUs" in die zweite Runde. Neben den bekannten Gesichtern kamen diesmal auch wieder neue Interessenten zum Arbeitskreis hinzu.

Dipl.-Ing. Georg Judmaier - jetzt an die Montanuniversität Leoben zurückgekehrt - präsentierte ein Projekt, das er als Projektauftraggeber mit dem Lehrstuhl für Industrielogistik der Montanuniversität Leoben erfolgreich umsetzte.

Das Beispiel zeigt ein produzierendes Unternehmen mit 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einer über Jahre hinweg gewachsen historischen Struktur, die gekennzeichnet ist durch die Auswirkungen von Sortimentswechsel, Kapazitätserweiterungen und umfangreichen Restrukturierungen. Sowohl die Führungsebene, als auch die Administration sind sehr schlank. Mehr als 90% des Umsatzes werden am nationalen Markt mit der eigenen Verkaufsorganisation erwirtschaftet.

Nach der Identifikation von 22 Prozessstationen wurde nach den physischen Prozessverbindungen und Informationsverbindungen - gerichtete und ungerichtete - gesucht. Bewertet wurde sowohl nach Werten als auch nach Tonnen. Die Produkte konnten in zwei große Produktgruppen X und Y mit zwei Ausgangsmixturen aufgeteilt werden. Die physische Verfolgung der Produkte durch das Werk ergab vier Routen für die X und elf für die Y Produktgruppe. Weiters ergab diese Analyse 6 gemeinsame Prozessstationen für die beiden Produktgruppen. Die Gewichtung des Materialflusses nach Tonnen und Wert zeigte eindrucksvoll das Potential einer Produktbereinigung.

Die Herausforderung war nun, die zwei unterschiedlich langen Produktlinien, unter der Vorgabe, dass zwei Prozessstationen gemeinsam durchlaufen werden müssen, in der vorhandenen Fabrikshalle zu realisieren. Es wurden zwei Vorschläge für das neue Fabrikslayout erarbeitet. Die Entscheidung fiel schließlich auf das Layout 2. Ausschlaggebend dafür war, dass der Materialeingang und der Produktausgang an unterschiedlichen Hallenseiten erfolgte. Die Neugestaltung brachte eine deutliche Reduktion der Bestände, der Durchlaufzeit und der Kosten der internen Transporte. Weiters sorgte die Umstellung für übersichtliche und klar abgegrenzte Arbeitsplätze.

Eindrücke vom Arbeitskreis