Sie sind hier: Capability / Pressemitteilungen/News / Sommercamp Resolution 2011

Sommercamp Resolution 2011: Teilhabe an der Gesellschaft

Die TeilnehmerInnen des Sommercamps für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen aus Deutschland und Österreich zeigten in Graz in eindrucksvoller Weise, wie selbstbestimmtes Leben funktioniert.

Eine Erkenntnis des Erfahrungsaustausches war, dass sowohl in Deutschland als auch in Österreich wenige Fortschritte in der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erzielt wurden. Der im Mai vorgelegte Aktionsplan der deutschen Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wurde von den deutschen Behindertenverbänden mit verheerender Kritik zur Kenntnis genommen. In Österreich gibt es zwar noch keine Aktionspläne der Bundesregierung, aber es ist zu hoffen, dass die österreichischen PolitikerInnen aus den vernichtenden Rückmeldungen in Deutschland lernen.

Wie dringend für behinderte Menschen die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist, zeigt die jüngst veröffentlichte Stellungnahme des unabhängigen österreichischen Monitoringausschusses,  in der die Versäumnisse der Politik und Verwaltung bei der Finanzierung der Persönlichen Assistenz aufgezeigt werden.

Kernforderungen des von der deutschen Behindertenbewegung vorgelegten Gesetzesentwurfs zur sozialen Teilhabe  sind die bedarfsgerechte einkommens- und vermögensunabhängige Persönliche Assistenz und Persönliches Budget.

Deshalb fordern die TeilnehmerInnen des Sommercamps die Regierungen und zuständigen Verwaltungen auf, sofort für die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu sorgen und Menschen mit Behinderung als ExpertInnen an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Graz, 4. August 2011

Sommercamp Resolution 2011: Teilhabe an der Gesellschaft (Leichte Sprache)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sommercamps für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen aus Deutschland und Österreich haben eine Tagung in Graz gemacht. Menschen mit Behinderung haben sich zum selbstbestimmt Leben ausgetauscht.

Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention läuft in Österreich und Deutschland nicht so gut. Die deutsche Bundesregierung hat einen Aktionsplan gemacht. Der Aktionsplan ist so schlecht, dass die Behindertenverbände nicht zufrieden sind. Daran muss noch gearbeitet werden. In Österreich gibt es noch keine Aktionspläne der Bundesregierung. Wir hoffen, dass es die österreichischen Politiker und Politikerinnen besser machen.

Der Monitoringausschuss sind die Kontrollleute, die aufpassen, dass die Anordnungen eingehalten werden. Die Kontrollleute haben einen Bericht zur Persönlichen Assistenz gemacht.  Dieser Bericht sagt, dass Menschen mit Behinderung zu wenig Geld für die Unterstützung bekommen.

Die deutsche Behindertenbewegung hat einen Vorschlag für ein neues Gesetze zur sozialen Teilhabe gemacht. Menschen mit Behinderung müssen ihr persönliches Geld bekommen, unabhängig ob sie Lohn bekommen oder Geld haben.

Wir haben das Sommercamp besucht und wollen, dass die  Regierungen sofort die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft machen. Wir wollen als Expertinnen und Experten mitarbeiten.

Graz, 4. August 2011(Übersetzt in Leichte Sprache von Anette Bourdon und Rainer Werner)